
Wie es weiter geht ...
Liebe Baumfreunde,
nach diesem tollen Ergebnis haben wir uns entschlossen, die Initiative so lange bestehen zulassen, bis die Arbeiten der Stadt beendet sind.
Gerne nehmen wir in dieser Zeit alle Informationen oder Hinweise, die die Bäume an der B9 während der Baumaßnahmen betreffen, von allen Bürgern entgegen. Wenn Sie also Fragen haben oder Anregungen geben wollen, können Sie uns gerne per Mail kontaktieren.
Das nächste Treffen wird voraussichtlich im Oktober stattfinden, da im September mit den Sanierungsarbeiten begonnen wird. Das Datum wird rechtzeitig auf der Homepage veröffentlicht werden und es ist jeder herzlich eingeladen.
Ihr Pro- Baum Team
Presseerklärung von Mittwoch, dem 25.06.2008
Mit dem heute zu erwartenden Ratsbeschluss hat die Bürgerinitiative Pro-Baum ihr Ziel erreicht. Der größte Teil der Bäume an der ehemaligen B9 kann und wird erhalten bleiben. Wir sind sehr glücklich über diesen Erfolg – verweisen jedoch deutlich darauf, dass nicht wir, sondern die Bäume die eigentlichen Gewinner sind: Ortsbildprägende Platanen, welche auch in Zukunft Büderich einen würdigen und ökologisch positiven Rahmen geben werden.
Erfreut nehmen wir zu Kenntnis, dass ein Verfahren für „direkte Demokratie“ dieses möglich gemacht hat – verbunden mit der großartigen Unterstützung der Bevölkerung von Meerbusch. Letztendlich war es sicherlich die Tatsache, dass wir in der Kürze der Zeit mehr als 6600 Unterschriften sammeln konnten, die die Stadtspitze zum Umdenken veranlasst hat. Unser Dank gilt deshalb an erster Stelle natürlich den Bürgerinnen und Bürgern von Meerbusch, vielen uns unbekannten Einzelpersonen, die selbstlos und mühselig in der Nachbarschaft aktiv für uns Stimmen gesammelt haben.
Unser zweiter Dank geht an die im Stadtrat vertretenen Parteien, vor allem „die Grünen“ die uns durch das gesamte Verfahren materiell, fachlich und persönlich , konsequent unterstützt haben. Auch die CDU ist im Nachhinein zu der Einsicht gelangt, dass der wertvolle alte Baumbestand geschützt werden sollte und die Planung sich an die Bäume anpassen lässt. Damit wird eine bessere Lösung für Büderich gefunden: im Einklang mit der Natur nicht gegen sie..
Abschließend möchten wir noch darauf verweisen, dass die Gespräche mit der Stadt am Schluss in einem sehr konstruktiven und respektvollen Rahmen stattgefunden haben. Waren die Mitglieder der Initiative am Anfang doch gewissen Anfeindungen ausgesetzt hat sich das Klima mit Beginn der Sondierungsgespräche am Freitag, den 13.06.08 deutlich verbessert.
Der nun geschlossene Vertrag zwischen den Initiatoren des Bürgerbegehrens und der Stadt erfüllt dessen Ziele in nahezu allen Punkten, Nur dort, wo es wirklich nicht verhindert werden kann, müssen einzelne Bäume weichen. Dies ist ein Sieg der Bäume, ein Gewinn für Meerbusch und eine Tatsache, die hoffentlich in der Zukunft dazu führt, dass die Bürger dieser Stadt weiterhin das Vorgehen der Politik respektvoll, aber kritisch betrachten werden und engagiert begleiten.
Die Bürgerinitiative Pro-Baum
Joachim Quaß
Stellungnahme zur Sitzung
des Bauausschusses
In der Sitzung des
Bauausschusses wurde deutlich:
- Bei
den Maßnahmen an der ehemaligen B 9, der heutigen L 137, liegen seitens der
Stadt gravierende Planungsfehler vor.
- Baumerhaltung
war und ist
für die Stadt kein Thema bei der Sanierung der Straße.
-
Die Fragestellung für
die dem Bauausschuss vorgelegte gutachterliche
Stellungnahme“ war mehr als unklar
Zu
den Planungsfehlern:
a) "Wegen
der Straße und der Baumaßnahmen muss kein Baum weg";
Das ist die eindeutige Aussage
des verantwortlichen Ingenieurs für den Ausbau der L137 (B9 alt), Herrn
Baudirektor Hölters vom Straßenbetrieb NRW in Mönchengladbach. Im Gespräch
erklärte er, dass die Einhaltung der technischen Regelwerke für den Schutz der
Bäume das Tagesgeschäft von Straßen NRW und damit Routine sei. Bei sensiblen
Ortsdurchfahrten werde im sog. Pilgerschrittverfahren gebaut, so dass immer
genügend Last auf den Wurzeln liege, damit die Bäume nicht umfallen erklärte der
erfahrene Baufachmann Erich Waaser, ehemals
verantwortlich für den Bau des Rheinufertunnels in Düsseldorf.
Damit entpuppen sich die anders lautenden Vermutungen und Behauptungen der Stadt
als reine Spekulation, bzw. als "Schwarzer-Peter" -
Spiel, um sich selbst aus der Verantwortung zu stehlen.
Auch die Aussagekraft der
gutachterlichen Beurteilung erscheint in diesem Zusammenhang mehr als
zweifelhaft, behauptet Herr Muthig doch in dieser,
dass viele Bäume im Zuge der Straßenbaumassnahmen unwiderruflich geschädigt
würden und deshalb zu Fällen seien.
b)
Bürgermeister
Spindler bestätigte vor dem Bauausschuss
ausdrücklich: „Wir haben dem Landesbetrieb nichts
vorgegeben.“
c)
Ein Grünplan hat zur
Sanierung der ehemaligen B 9 nicht vorgelegen.
Fest steht: Ob und wann die Bäume gefällt werden
ist allein die Entscheidung der Stadt. Allerdings hat sie bis heute dem
Straßenbetrieb nicht einmal mitgeteilt, dass sie Wert auf die Erhaltung der
Bäume legt. Das muss jetzt der Bürgermeister dringend nachholen.
Tatsache ist, dass auch dem
beauftragten Ingenieurbüro, welches die Nebenanlagen geplant hatte, nie eine
Vorgabe für den Erhalt der Bäume als Planungsziel gemacht wurde. Nur so ist zu
verstehen, dass allein 39 gesunde große Bäume, ganz überwiegend
ortsbildprägende Platanen, der Planung geopfert
werden sollen. Selbst der Sachverständige Muthig
äußerte in der letzten Bauausschuss-Sitzung wiederholt sein Unverständnis
darüber, dass es keinerlei Grünplanung seitens der Stadt gäbe. Dieser Mangel
rächt sich nun. Ohne Konzept werden in der vorliegenden Planung einfach große
alte gegen kleine junge Bäume ausgetauscht, die zum Teil gleich für dasselbe
Pflanzloch vorgesehen sind bzw. 50cm daneben.
Fazit:
Wenn nichts unternommen wird, werden 39 gesunde,
große Bäume einer unprofessionellen Planung geopfert, die nicht den heutigen
Standards genügt.
Zur Baumerhaltung:
a)
Herr
Muthig wurde nach eigener Aussage nicht beauftragt zu untersuchen,
inwieweit baumerhaltende Maßnahmen möglich und
erfolgreich seien.
b)
Wir fordern eine genauere
Einzelfallprüfung bei den von Muthig als
„bedenklich“ eingestuften Bäumen.
c)
Es muss ein Baumkataster zum
Nachweis der Verkehrssicherheit erstellt werden.
Beispiele für bisherige Missplanungen
Nachgepflanzte Ahornbäume sind schon heute, nach wenigen Jahren, so krank, dass
sie nur durch Umpflanzung gerettet werden können. Am Deutschen Eck wurden die
jungen Ahornbäume zu dicht an die Hauswand gepflanzt. Weitere Beispiele liegen
offen zu Tage. Wer von Büderich nach Osterath fährt,
kann rechts und links der Straße besenähnliche Jungbäume
bewundern und während der Fahrt die Blätter zählen.
Wir
fordern: Die Stadt muss endlich ein Grünkonzept erarbeiten und für die
Straßenbäume eine konkrete Grünplanung mit klaren Zielvorgaben entwickeln. Für
die Bäume an der L137 kann dieses Ziel nur heißen:
Erhalt der ortsbildprägenden Baumreihe mit
alleeartigem Charakter.
Wo Lücken
durch nicht mehr standfeste und damit zu entfernende Ahorne entstehen, sollten
robuste Platanen mit einem Stammumfang von mindestens 35cm fachgerecht
nachgepflanzt werden. Diese Baumart hat sich die letzten 5o Jahre am besten an
der vielbefahrenen Straße behauptet. Von den 10 im Gutachten als abgängig
bezeichneten Bäumen sind 9 Ahorne und nur einer eine Platane.
Wir
fordern weiter: Über diese 10 Bäume hinaus darf, ohne weitergehende
Untersuchung hinsichtlich der Standsicherheit, kein Baum gefällt werden.
Mittelfristig muss ein Baumkataster angelegt werden und dabei die zweimal
jährlich durchzuführenden Baumkrontrollen dokumentiert
werden.Nur so kann der Bürgermeister in einem Schadensfall nachweisen,
dass er die im Verkehr erforderliche Sorgfalt auch organisatorisch sicherstellt.
Zusammenfassung:
Die jetzige Planung der Stadt ist Murks. Der Ausbau der Nebenanlagen
darf erst erfolgen ,wenn ein von den polischen
Gremien beschlossener Grünplan vorliegt, mit der Zielvorgabe, den jetzigen
Baumbestand weitestgehend zu erhalt
Durch
eine fehlerhafte Planung der Nebenanlagen, insbesondere das beabsichtigte Fällen
der gesunden großen Platanen, entsteht der Bevölkerung
Meerbuschs ein riesiger ökologischer und ökonomischer Schaden. Der materielle
Wert der Bäume, der nach der Kochschen Methode ermittelt
werden muss, geht in den größeren, sechsstelligen Bereich ,der ökologische Wert
ist nicht ersetzbar ,weil junge, kleine Bäume nur eine minimale Leistung als
Luftfilter und Sauerstoffspender haben und ihre Lebensperspektive, bei einer
nicht fachgerechten Neuanpflanzung, sehr schlecht ist.
Bedingt durch die positive Aussage von
Straßen.NRW und weitere fachkompetente Einschätzungen zur Relevanz der „gutachterlichen
Beurteilung“ von Herrn Muthig gehen wir
selbstbewusst und lösungsorientiert am Freitag, den 13.06. in ein erstes
Gespräch mit Herrn Bürgermeister Spindler und
weiteren Vertretern der Stadt. Wir hoffen, dass die Stadt ihre defizitäre,
baumfeindliche Planung endlich im Interesse der Bürger und der Bäume ändern
will.
Mehr als 6.000 Unterschriften bestärken uns und werden uns
sicherlich nicht in die Situation bringen, „faule Kompromisse“ zu akzeptieren.
Sollte, von Seiten der Stadt, kein Umdenken erkennbar sein, ist die Durchführung
des Bürgerentscheides die logische Konsequenz.
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